Staatliche Europa-Schule Berlin

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1. Grüne Lunge - Schulhof
a) Pflanztage
Am Mittwoch, dem 30. April 2003 erfolgte der Auftakt für eine neue Profilbildung der Finow- Grundschule (Staatliche Europaschule Berlin, deutsch-italienischer Standort), die den ökologischen Aspekt in den Vordergrund stellen wollte und mit der Gartenarbeitsschule Tempelhof-Schöneberg kooperiert. Von der Vorklasse bis zum 6. Schuljahr wurden alle Schüler daran beteiligt.
Der Vorklassengarten und das Atrium wurden verschönert, die Klassen 1 bis 4 legten Pflanz-beete an, die Kinder der 5. und 6. Klassen füllten alle Pflanzlücken rund um das Schulhaus und schützten die Anlage mit Robinienhölzern aus Berliner Forsten. Selbst angefertigte Kunstobjekte sollten helfen, den optischen Eindruck des Schulhofs noch zu verstärken. Ein Knüppelpfad gab den Schülern die Möglichkeit die Botanik zu durchqueren.
Die Klassen 1 bis 4 führten außerdem klasseninterne Projekte durch, die sich mit dem Thema „Grüne Lunge – Schulhof“ beschäftigten. Dafür waren Experten eingeladen. So befassten sich die Schüler beispielsweise mit Wasserexperimenten. Sie erkundeten, was alles im Boden lebt, lernten essbare Pflanzen kennen oder beschäftigten sich mit dem Schulhof als Oase in der Großstadt.
Doch die größte Arbeit kam noch. Unsere Schule entwickelte ein Konzept, das auch nach dem Projekttag alle Klassen einbindet, die „Grüne Lunge – Schulhof“ zu erhalten und zu pflegen.
Im Frühjahr 2004 und 2005 fanden auch wieder „Pflanztage“ und Projekte statt, die an die begonnene Aufgabe anknüpften.

b) Grünes Klassenzimmer
Wir bewarben uns beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Deutschen Post AG im Rahmen der Aktion „KLIMAOASE“ finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und hatten Erfolg. Zusammen mit engagierten Eltern und dem Lehrerkollegium wurde das „Grüne Klassenzimmers“ auf dem Schulhof errichtet. Damit wurde das Ziel, mehr Natur in unsere Städte zu bringen erfüllt. Unser Kooperationspartner – die Gartenarbeitsschule – half uns beim Bau von Rankhilfen und stellte uns Pflanzen zur Verfügung.
Am 21. November 2004 fand die feierliche Eröffnung mit den Sponsoren, der Presse und Kindern aller Klassen der Finow- Grundschule statt, die die Pflanzen angossen. Nun ist es möglich, am Schulvormittag umgeben von Grün zu lernen, was für die Schüler eine neue Motivation darstellt. Das „Grüne Klassenzimmer“ kann aber auch in den großen Pausen zum Frühstücken und Gespräche führen, spielen und tauschen genutzt werden. Auch in Freistunden und am Nachmittag ist es ein beliebter Aufenthaltsort.

c) Öko-AG
Ab dem Schuljahr 2005/2006 gibt es eine Öko- AG. An ihr können Schülerinnen und Schüler der 2. Klassen unter Leitung von Frau Nörenberg teilnehmen. Die Arbeitsgemeinschaft befasst sich mit vielen Umweltthemen. Im Mittelpunkt steht die „Grüne Lunge – Schulhof“. Die Kinder lernen Pflanzen kennen und pflegen, befassen sich mit den Tieren in der Großstadt und erstellen auch „Öko-Kunstwerke“, die den Pausenhof verschönern. Auch Ideen zur gesunden Ernährung werden mit den Kindern diskutiert und Neues probiert.

d) Grüner Lernort: Gartenarbeitsschule
Schon im Schuljahr 2002/2003 bat uns Herr Winkler, der Leiter der Gartenarbeitsschule Tempelhof- Schöneberg, ihr Kooperationspartner zu werden. Das Kollegium war damit einverstanden. Seitdem kann jeden Donnerstag eine Finow- Klasse das herrliche Gartengelände am Sachsendamm inmitten von Laubenkolonien besuchen. Frau Klemm, die neue Mitarbeiterin, hat je nach Jahreszeit andere Themen vorbereitet. Gleich nach den Sommerferien geht es los mit Erntegängen, im Herbst kann man sich mit Früchten und Samen befassen, im Winter gilt es Vögel zu beobachten und im Frühling die Frühblüher unter die Lupe zu nehmen. Danach kommt das Leben im Teich an die Reihe. Wer will, kann auch erfahren, was im Boden kreucht und fleucht. Parallel zum Bearbeiten der Themen betätigt sich jeweils eine halbe Gruppe mit der Gartenarbeit auf dem Finow- Klassenbeet. Mit Herrn Höppner, dem Gartenmeister, wurden Werkprojekte vereinbart und durchgeführt. So erstellten Fünft- und Sechstklässler Vogelhäuschen, Nistkästen, Insektenhotels, Rankhilfen und eine tolle Holzeisenbahn zum Bepflanzen.

2. Gesunde Ernährung
a) Projekte
Die Mitarbeiter/Innen von JoTeV e.V./Gesundes Essen haben in der zweiten Schuljahreshälfte 2003/2004 und auch zu Beginn des neuen Schuljahres 2004/2005 gut mit uns zusammengearbeitet und die Finow- Grundschule intensiv unterstützt.
So wurden die Aktionstage „Gesundes Pausenfrühstück“ ins Leben gerufen, die bei den Schülern, Eltern und der Lehrerschaft großen Anklang fanden.
Eine intensive Auseinandersetzung erfolgte an den Projekttagen. Jede Klasse befasste sich einen Schultag lang mit der gesunden Ernährung. Eingeladene Experten brachten den Kindern in einem theoretischen und einem praktischen Teil das Thema nahe.
Die 5. und 6. Klassen gingen mit JoTeV e.V. speziellen Themen auf den Grund wie

- Empfehlung „Mittelmeerküche“
- Übergewicht durch Softdrinks
- Lieber Obst als Süßes
- Zucker: Früher weißes Gold – heute eine Gefahr
- Werbung: Lass dich nicht verführen!
- So wird man fit und schön
- Selfmade statt Fast Food

und erstellten Vollkornwaffeln, Obstspieße, gefüllte Pitataschen, Fruchtcocktails und Vollkornpizza.
Zum Schluss wurde alles in einer Schulausstellung zusammengestellt, die vom 3. bis 11. Mai 2004 im Mehrzweckraum unserer Schule zu betrachten war.
Am 12. Mai 2004 – dem Jugendgesundheitstag – präsentierte unsere Schule die Projekte der 5. und 6. Klassen auf dem Gesundheitsmarkt, der vom Bezirksamt Tempelhof- Schöneberg organisiert wurde und auf dem Gelände der Trabrennbahn Mariendorf stattfand. Jeweils 2-3 Experten aus den Klassen, die zuvor geschult worden waren, betreuten unseren Stand in der weißen Zeltstadt. Sie beantworteten Fragen der Besucher, führten einen Zuckertest durch oder zeigten im Fließbandverfahren, wie ein gesundes Pausenfrühstück hergestellt wird. Und der krönende Höhepunkt kam danach: Wir haben mit unserem Schulprojekt den 2. Preis gewonnen.

b) Ökoteria
Im Mai 2004 eröffneten wir eine Ökoteria. Unter Leitung von JoTeV e.V. wurden dort in beiden großen Pausen die frisch zubereiteten leckeren Pausensnacks verkauft. Und an den Nachmittagen gab es eine Ernährungsberatung und Kochkurse für die Schüler/Innen, in denen die Herstellung von gesundem Essen gelernt werden konnte.
Nun wird es eine neue private Bewirtschaftung durch Frau Azad geben, die sich verpflichtet hat nach dem vom Umweltteam der Schule entwickelten Konzept für das Betreiben der Ökoteria zu handeln.
Bei der Förderung einer gesunden Ernährungsweise von Schulkindern geht es um das Einüben von Kompetenzen, welche die Gesundheit fördern und erhalten. Das Warenangebot einer Schul- Ökoteria muss deshalb darauf ausgerichtet sein. Es umfasst das Frühstück und eine Zwischenverpflegung (Mittagsimbiss/Snack). Geschirr und Besteck stellt der Förderverein zur Verfügung (Müllvermeidung).
Kinder brauchen:

- reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke
- ausreichend tierische Lebensmittel
- wenig fettreiche Lebensmittel
- sättigende Stärke
- verdauungsfördernde Ballaststoffe
- viele Vitamine und Mineralstoffe

Deshalb ist eine ausgewogene und vollwertige Ernährung notwendig:

- Vollkornprodukte
- reichlich Obst und Gemüse
- fettarme Milchprodukte
- kaltgepresstes Öl
- ungehärtete Fette

Daher wird auf Mayonnaise, Süßigkeiten, Ketschup, Fertigprodukte und Trinkpäckchen verzichtet. Zum Süßen soll in geringem Maße Honig verwendet werden. Mit Salz wird gespart.
Im April 2008 nahm der Förderverein das Projekt „Ökoteria“ selbst in die Hand. Im ehemaligen Hortgebäude wurde ein schöner Raum eingerichtet. Eine nette Bewirtschaftung sorgt für das leibliche Wohl. Die Schüler gaben der Ökoteria den Namen FINOlino.

3. Müllvermeidung und Mülltrennung
a) Projekte
Die Finow- Grundschule führte am Montag, den 29.8.2005 einen Projekttag zum Thema Mülltrennung – Müllvermeidung durch. In der gesamten Schule und auf dem Schulhof sollte danach (in Kooperation mit dem Hausmeister und dem Putzpersonal) eine konsequente Müllsortierung stattfinden. Um die Kinder für die Aufgabe der Müllsortierung zu trainierten, führte DASS mit allen 670 Kindern eine Öko-Rallye durch. Gleichzeitig wurden im Schulhaus und auf dem Schulhof alle Abfallkörbe beschriftet.
Außerdem fanden Schulungen der Initiative 2000 plus statt, die die Verwendung von umweltbewussten Schulheften zum Ziel haben sollte. Einige Klassen konnten auch durch den Umweltladen Lichtenberg Papier aus Altpapier herstellen. Am Ende des Projekttages wurden in der Turnhalle feierlich die ersten beiden Klassen geehrt, die schon über einen längeren Zeitraum nur noch Hefte mit dem blauen Engel benutzen.

Im Januar 2011 fand in der Finow-Schule eine „Papier-Woche“ statt. Frau Böttner und ihre Mitarbeiterinnen von der Initiative 2000 plus kamen mit Sack und Pack aus dem Britzer Garten zu uns in die Schule. Die Klassen konnten Recycling-Papier herstellen, sich über die Länder informieren, in denen Bäume gefällt werden, damit schönes Papier hergestellt werden kann, Recycling-Produkte kennen lernen, die man im Schulalltag verwenden kann und vieles mehr. Die Projektwoche war ein großer Erfolg.
Im Februar 2011 interviewte uns ein Journalist der unter der Rubrik „Umwelt und Verbraucher“ einen Beitrag für den Deutschlandfunk erstellen wollte. Er war bei einer der Forbildungen der Initiative 2000 plus, befragte WUV-Schüler der 5. Klassen zum Thema Papierverbrauch und Kinder einer 4. Klasse, die beim Verkauf umweltfreundlicher Schulmaterialien mithalfen. Der Beitrag wurde ein paar Monate später ausgestrahlt.

b) Aktion „Sammeldrache“
die „Stiftung Lesen“ und „Interseroh Recycling“ haben uns gebeten an der Aktion „Sammeldrache Meike“ teilzunehmen. Die Schirmherrin dieses Projekts ist Edelgard Bulmahn, die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Es handelt sich dabei um „Grüne Umwelt-Punkte“, die Schulen erhalten, wenn sie die Sammlung leerer Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus Druckern, Kopierern und Faxgeräten sowie alten Handys organisieren. Sie werden in „Grünen Umweltboxen“ gesammelt. Je mehr „Grüne Umweltpunkte“ zusammenkommen, je schneller kann die Schulausstattung aufgebessert werden. Zum Schuljahr 2004/2005 starteten wir dieses Projekt. Wir beschlossen, diese Aktion mit dem Schwerpunkt unseres Schulprogramms - der Leseförderung - zu verquicken und die gesammelten grünen Umweltpunkte für gute Bücher einzulösen. Dadurch konnten schon viele Bücherkisten für die Klassen eingerichtet werden.

Dieser Beitrag wurde von Frau Monika Nörenberg, Koordinatorin des Ökologischen Profils, verfasst.